Secret Millionaire auf RTL: Vorbilder dringend gesucht

Secret MillionaireThe very Secret Millionaire – oder doch lieber very famous Millionaire: Es ist gar nicht lange her, da ging es durch die Presse: Vierzig US-Millionäre und gar Milliardäre spenden einen Großteil ihres gesamten Vermögen.

Öffentlichkeitswirksam gaben Microsoft-Gründer Bill Gates, Medienmogul Warren Buffett, Hotel-Erbe Hilton oder die Bankierfamilie Rockefeller das Versprechen mehr als die Hälfte ihres Reichtums für den guten Zweck abzugeben. Ein gigantischer Akt der Großzügigkeit, der seinerzeit weltweit für Aufsehen sorgte.

Die deutschen Millionäre hingegen haben es lieber diskret und spenden in aller Stille. Sie wollen Gutes tun, ohne ihren Reichtum zur Schau zu stellen, wie es den Amerikanern an Kritik damals entgegenschlug.

Das neue Format des RTL Secret Millionaire geht nun den Mittelweg zwischen den beiden Extremen: Der Millionär – in den ersten drei Folgen ein Internetunternehmer, ein Arzt und ein Firmenvorstand – agieren zuächst in aller Heimlichkeit, und sogar Undercover. Zugleich aber doch höchst öffentlichkeitswirksam: Einmal weil sie sich am Ende zu erkennen geben – und weil ganz nebenbei sonntagabends ein Millionenpublikum am Fernsehbildschirm dabei zusieht.

 

Spenden als neues Statusprojekt für Reiche? Nicht bei Secret Millionaire auf RTL!

Spenden liegt im Trend – aber wie man spendet da scheiden sich die Geister. Einen sozialen Beitrag zur Gesellschaft geben. Der Gemeinschaft etwas zurückgeben, dank der ein Vermögen ja erst entstehen konnte, das sind zum Beispiel die einen Gedanken. Andere (Hinter-) Gedanken aber sind ebenso nicht zu leugnen: Das reicht von der Steuerersparnis durch Spenden bis zur Demonstration von Reichtum durch immer höhere Spenden. Man unterstreicht gerade in amerikanischen Gefilden seinen Status gerne mit der Spendenbereitschaft. Denn Luxusgüter aller Art können sich arabische Ölscheichs ebenso leisten wie neureiche Erben auf der ganzen Welt – Spenden aber zeugen von wahrer Größe, vielleicht gar von wahrem Reichtum und setzen echte Ausrufezeichen, wie die Spendenaktion von Gates,  Buffett und Co eindrucksvoll belegt.  Auch die Sendung Secret Millionaire ist in den USA ein voller Erfolg.

 

Spendenkultur in Deutschland & den USA und der Beitrag von Secret Millionaire

Während in den USA also eine regelrechte Spendenkultur herrscht, tun sich die Deutschen schwer. Weniger die Millionäre, von denen Zahlreiche regelmäßig in den Geldbeutel greifen und karikative Organisationen unterstützen. Aber die öffentliche Wahrnehmung ist oft eine andere. Spenden brauchen hier oft einen Rahmen, einen Anlass, um ernst genommen zu werden – und den liefert RTL mit Secret Millionaire jetzt auch hierzulande.

Der Unternehmer spendet nicht einfach im Stillen, er unterschreibt auch nicht nur kurzerhand einen Scheck. RTL schickt den Reichen zu den Armen, wo er am eigenen Leibe von den Sorgen und Nöten erfährt – und dann erst sein Geld gibt. Damit setzt der Kölner Fernsehsender auf Identifikation, persönliche Betroffenheit und Emotion: sowohl seitens des Millionärs als auch der Zuschauer am TV-Bildschirm.

Sei es drum. Wenn dabei am Ende soviel Gutes entsteht und Notleidende jeglicher Art wirklich davon profitieren, dann hat das US-amerikanische Spendenversprechen genauso wie Secret Millionaire seinen Zweck erfüllt.